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Reviews   The Witcher 3: Wild Hunt – Exklusive Gamescom-Preview zum kommenden RPG-Highlight
12.09.2013 von Andy








Titel: The Witcher 3: Wild Hunt
Plattform: PC, One, PS4
Entwickler: CD Projekt Red
Publisher: CD Projekt
Genre: Rollenspiel
USK/PEGI: -
Spieler: Offline 1 / Online -
Release: 2014
Offizielle Seite

Die Gamescom 2013 ist vorbei. Es gab viele Spiele, neuste Hardware ala PS4 und XboxOne, viele Menschen und die heißesten Messebabes zu sehen. Aber GHTV wäre nicht GHTV, wenn wir nicht noch ein Ass im Ärmel hätten. Entwickler CD Projekt lud uns zu einem exklusiven Entwickler-Vortrag zum neusten Witcher-Spiel „Wild Hunt“ ein. Was wir dort erlebt haben und was für einen Eindruck das Spiel bei uns hinterlassen hat, könnt ihr in der folgenden Preview lesen.

Wir gehören doch hier gar nicht her!“ Das war einer unserer ersten Gedanken, als wir zum allerersten mal den Gamescom-Pressebereich betreten dürften. Wir schlenderten durch die Halle, an vielen Presseleuten mit Mikrofon und Kamera vorbei und fühlten uns irgendwie fehl am Platz. Die im Vergleich zum Public-Bereich sehr geringe Menschenmenge und der große vorhandene Freiraum in der Halle kam uns sehr merkwürdig vor, fast schon fremd. Aber irgendwie machte es auch stolz, dass wir es mit unserer kleinen Seite schon so weit geschafft haben, wird GHTV nun anscheinend doch seriös.grosses Lachen

Nichtsdestotrotz fanden wir uns schnell beim Stand vom polnischen Entwickler CD Projekt ein, welcher uns zu einer Pressevorführung ihres neusten Spiels „The Witcher 3: Wild Hunt“ eingeladen haben. Nochmals vielen Dank dafür! Gestärkt mit Wasser und Keksen ging es vom kleinen Warteraum aus in einen kleinen „Kinosaal“, wo wir in gemütlichen Sesseln Platz nahmen und jeder erstmal ein Freibier bekam. Das nenn ich mal Gastfreundlichkeit!

Aber der eigentliche Grund für den Besuch war natürlich ihr neues Spiel, der dritte Teil der Witcher-Saga, welcher bei Weitem, und das kann ich jetzt schon nach dieser Vorführung behaupten, der epischste sein wird. Denn was hier geboten wird, kann man echt als allererste Sahne bezeichnen. Allen Voran natürlich die richtig große Spielwelt, die nun erstmals komplett Open World sein wird, 35 Mal größer als noch im Vorgänger. So eine gigantische Welt braucht aber natürlich auch Abwechslung und Leben in ihr, damit diese auch authentisch wirkt. Und daran haben die Macher natürlich auch gedacht, The Witcher 3 sprüht nur so von Lebendigkeit und interessanten Orten. Letzteres haben sie bewusst häufig eingebaut, damit jeder Spieler motiviert wird, wirklich abseits der bekannten Routen/Straßen auf Entdeckungsreise zu gehen. So ist die Spielwelt nur übersät mit alten Ruinen, Bergen (bis zu 1200 Meter hoch!), einsamen Hütten, Schiffswracks etc., die alle geheime Schätze und/oder Aufträge als Belohnung bereit halten. Mit dem Pferd benötigt man allein 40 Minuten, um vom einen Ende der Map zum anderen zu kommen! Das Gefühl von Freiheit wird hier also groß geschrieben!



Worauf die Entwickler noch sehr achten ist das Gefühl, in einer lebendigen Welt zu leben, wo immer etwas los ist, wo Mensch und Natur ihre eigenen Wege gehen. So reden z.B. in Dörfern und Städten Menschen miteinander und gehen ihren gewohnten und auch sehr glaubwürdigen und stimmigen Tagesrhythmus nach. Sie reagieren auch z.B. auf Wetterveränderungen, indem die Menschen sich unterstellen und Schutz suchen oder sich wärmere Kleidung anziehen. Auch Fischerboote wird man eher nicht bei einem Unwetter auf der See beobachten können, bei schönem und klaren Wetter dagegen zahlreich. Oder ein ganzes Dorf verteidigt sich gegen Monster, ein verliebtes Paar trifft sich im Mondlicht, das alles wird man nebenbei entdecken können. Neu dazugekommen ist auch ein Wirtschaftssystem, welches die Preise von Waren und Ausrüstung noch glaubwürdiger machen soll. So hängt z.B. der Preis von Fisch davon ab, ob man sich gerade in einem Fischerdorf befindet oder mitten im Inland. Oder der Preis und die Verfügbarkeit von Lederprodukten, wie z.B. Rüstungen, soll sich darin bemessen, ob man nun gerade in einem Dorf voller todesmutiger Jäger steckt oder eben nicht. Auch die Natur nimmt ihren Lauf, indem Jäger ihre Beute jagen, Tag und Nacht sich stimmungsvoll abwechseln und das Wetter sich dynamisch und realistisch ändert.

Storymäßig dreht sich „The Witcher 3“, natürlich neben den bezahlten Monsterjagden, um eine neue Bedrohung, die den Kontinent heimsucht: Die Gemeinschaft der „Wilden Jagd“. Diese Reiter suchen das Land heim, stürzen es in Elend und Verzweiflung und sind besonders nach einer Person aus: Nämlich unserem Protagonisten Geralt selbst. Diese Hauptstory soll bis zu 50 Stunden in Anspruch nehmen, genauso wie die vielen Nebenquests, sodass man sich am Ende auf über 100 Stunden Spielspaß freuen kann. Alle Quests sind hierbei handgemacht, es gibt keine zufallsgenerierten Aufträge, die sich schon nach wenigen Malen wiederholen. Die Entwickler achten auch sehr darauf, dass eine Non-Linearität gegeben ist und der Spieler sich nie gezwungen fühlt bestimmte Aufgaben und Wege einzuschlagen. Die Quests können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden, jede nacheinander oder auch parallel mit anderen zusammen, am Ende entscheidet immer die Person vor dem Bildschirm wie es nun weitergehen soll.



So verhält es sich auch bei den vielen Entscheidungen, die der Spieler treffen muss, denn diese beeinflussen sowohl den weiteren Verlauf der Story, als auch die Spielwelt. NPCs, Gruppen, Monster und ganze Dörfer, jede Aktion des Spielers verändert die Beziehungen zu diesen. Jetzt könnte man denken: „Ach, dann bin ich doch zu jedem nett und freundlich, dann mag mich jeder“. Weit gefehlt! Denn in „The Witcher 3“ gibt es kein Gut oder Böse, oftmals muss man harte Entscheidungen treffen, die immer irgendwelche Verluste mit sich bringen. Dies mündet alles in 3 komplett unterschiedliche, spielbare Epiloge, die in 12 verschiedene Gebieten stattfinden können. Beachtet man noch die Konsequenzen aus Wetterereignissen und die Beziehungen zu den Schlüssel-NPCs kommt man am Ende auf 36 unterschiedliche Enden!

Bevor man aber so weit kommt, muss man etliche Kämpfe gegen Monster, Räuber und die Wilde Jagd überstehen. Das Kampfsystem wurde hierbei stark optimiert und ausgebaut. So bezeichnen die Entwickler die Kämpfe in „The Witcher 3“ als „Mischung aus traditionellen RPG-Elementen und der Geschwindigkeit und Präzision eines Kampf-Spiels“. Man soll sich im Kampf wirklich wie ein echter Hexer fühlen, wie der ultimativer Monsterhunter. Spieler können nun neue Angriffe, Blockfähigkeiten und Ausweich-Moves freischalten, können Gegner betäuben, entzünden und ihre Gedanken kontrollieren. Außerdem hat Geralt nun die Möglichkeit seine Schwerter zu vergiften, Fallen zu stellen und seine Gegner mit Bomben in Stücke zu reißen. Am Stärksten sind diese Fähigkeiten aber nur dann, wenn der Spieler diese miteinander kombiniert, sodass man fast dazu gezwungen ist zu experimentieren und durch Kreativität neue Taktiken zu entwerfen. Die Zahl der Attacken und Verteidigungsmoves wurde auf 96 erhöht, verglichen mit den 20 aus „The Witcher 2“ eine immens hohe Zahl. Der Spieler wird auch nicht von Quick-Time-Events oder sonstigen gescripteten Attacken aufgehalten, er hat jederzeit die komplette Kontrolle über das Kampfgeschehen.

Diese braucht man auch, denn die Gegner verhalten sich sehr intelligent und passen sich dem Kampf fortlaufend an. So hat jeder der 80 Monster, die Geralt besiegen kann, ihren eigenen Lebensraum, Schwächen und Stärken, keine Kreatur ähnelt der anderen. Die Monster und andere Feinde leveln auch nicht mit dem Spieler mit d.h. am Anfang unbesiegbare Gegner, können gegen Spielende echtes Schwertfutter für Geralt sein. Diese kommunizieren auch miteinander auf dem Schlachtfeld, sodass sie z.B. ihre Angriffe gegen uns gemeinsam organisieren können. Auch ihre Moral spiegelt sich in ihrem Angriffsmuster wieder. So flüchten oder kämpfen geängstigte Feinde viel vorsichtiger, verzweifelte Gegner attackieren ohne Rücksicht auf Verluste und vor der bevorstehenden Niederlage können diese auf ihren Knien um Gnade flehen. Aber auch die Umgebung kann Geralt zu seinem Vorteil nutzen, indem er z.B. ein Hornissennest zerstört und diese dann die Widersacher angreifen.



Außerdem neu mit dabei sind die „Witcher Senses“, die ähnlich funktionieren wie die Adlersicht bei Assassin's Creed. Diese Sinne helfen Geralt z.B. beim Jagen, indem die Laufwege der Beute angezeigt werden oder auch im Kampf. Hier können wir z.B. Hinweise in der Umgebung finden, mit welchen Gegenständen wir im Kampf interagieren können oder wir finden damit beim Gegner Schwachstellen. Aber auch Dinge wie z.B. der Skilltree wurden verbessert und ausgeweitet. So können die Spieler ihre Fähigkeiten aus drei verschiedenen Spezialisierungs-Pfaden wählen: Schwertkämpfer, Magier und Alchemist. Jede erlernte Fähigkeit daraus soll dann auch einen sichtbaren und intuitiven Einfluss aufs Kampfgeschehen haben. Zudem wurde auch das Crafting-System stark ausgeweitet, sodass Spieler problemlos Equipment wie Rüstung und Waffen selbst herstellen können.

Und die Grafik? Diese sucht momentan ihres gleichen, die neue REDengine 3 zaubert grafisch sehr opulente Landschaften auf den Bildschirm und generell alles in diesem Spiel wirkt sehr stimmungsvoll und aus einem Guss. Einzig in der Ferne aufploppende Texturen haben uns gestört, was aber auch daran liegen kann, dass sich das Spiel natürlich noch in der Pre-Alpha befindet.

Fazit:

Puuuhhh, das war nun ziemlich viel auf einmal. Dasselbe dachte ich auch nach der 45-minütigen Vorführung, Detail um Detail bekamen wir um die Ohren geschmettert, man hatte kaum Zeit dies alles zu verarbeiten. Als wir applaudierten dachte ich nur: „Wooow“. Wenn CD Projekt es wirklich schafft, auch nur die Hälfte von dem Gezeigten richtig umzusetzen und dieses sehr hohe Niveau über das ganze Spiel verteilt halten kann, erwartet uns wirklich nächstes Jahr etwas ganz Großes. Der Entwickler spricht schon vom „Next Generation RPG“ oder der „Redefinition des Rollenspiel-Genres“. Ziemlich selbstbewusst klingt das Ganze, nach diesem Pressetermin aber keinesfalls abwegig. Ich freue mich auf jeden Fall schon wie ein Schnitzel darauf, selbst als Hexer durch die Lande zu ziehen.


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