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Reviews   Let Them Come: Review
24.10.2017 von Johannes Keuschnig








Titel: Let Them Come
Plattform: PC, One
Entwickler: Tuatara Games
Publisher: Versus Evil
Genre: Arcade
USK/PEGI: -
Spieler: -
Release: 03.10.2017
Offizielle Seite

Auf dem Mobile-Markt gibt es mittlerweile unzählige sogenannte Endless Gunner. Also eine Horde Gegner stürmt auf einem zu und man muss sie alle umnieten. Ein sehr einfaches Spielprinzip welches auf den Konsolen bzw. dem PC eigentlich nicht zuhause ist. Bei „Let Them Come“ ist dies aber anders. Der Arcade-Shooter möchte sich gleich auf großen Systemen behaupten und bringt deshalb auch das Quäntchen mehr Anspruch mit. Warum das aber frustriert und dennoch Spaß machen kann, klären wir jetzt.

Es dürfte irgendwie klar sein das Let Them Come keine ausgefeilte Story besitzt, hier geht es vorrangig um Highscores. Ein wenig Kontext bekommen wir aber trotzdem. Wir sind nämlich Rock Gunar (sehr subtil dieser Name), ein Söldner, dessen Hände mit Alienblut befleckt sind. Dabei wird unser Held auf einem Raumschiff eingeschlossen und muss dementsprechend Wellen an Alien-Horden abwehren. Hier muss man auch gleich anmerken, dass Let Them Come im Gegensatz zu seinen anderen Genrevertretern gar kein reiner Endless Gunner ist. Der Titel kann auch ganz klassisch von Punkt A nach B durchgespielt werden. Sogar ein New Game Plus wurde integriert und eben auch ein Endlos-Modus für die Highscore-Liste.

Einmal noch für dieses Upgrade

Kern des Spiels ist natürlich so viele Aliens abzuknallen bevor man das zeitliche segnet und glaubt mir, gestorben wird reichlich. Besonders zu Beginn ist Let Them Come sehr frustrierend. Abhilfe schafft dabei ein Upgrade System. Neben verschiedenen Munitionsarten könnt ihr auch Aufwertungen für euren Helden kaufen. Darunter sind solch nützliche Dinge wie mehr Leben zum Start, keine Überhitzung der Waffe oder das unser Kombozähler schneller hoch geht. Kombos sind ohnehin ein wichtiges Element, denn je länger wir ununterbrochen Aliens zu Gulasch verarbeiten, desto häufiger bekommen wir Kampfboni wie beispielsweise eine Doppelläufige Waffe, mehr Lebensenergie oder verheerende Bombardements von oben. Zudem gibt es noch die Möglichkeit verschiedene Tonbänder mit wirklich cooler Synthesizer-Musik nach und nach freizuschalten, die uns während der Gefechte gut antreibt.



Sowohl das Upgrade-System, die Combo-Boni als auch die Tonbänder erzeugen einen wirklich schönen Gameplay-Loop. Obwohl wir eigentlich immer das gleiche machen, ist die Motivation eine zeitlang dennoch hoch genug, man will schon immer noch das nächste Upgrade mit mehr Überlegenheit erreichen. Wie gesagt, bis zu einem gewissen Zeitpunkt funktioniert der Loop wunderbar, bis er dann plötzlich stark einbricht. Sobald wir nämlich alle Upgrades gekauft haben, was recht schnell passiert, sinkt die Motivation in den Keller. Insbesondere weil wir jeweils nur vier Fähigkeiten respektive dessen Upgrades gleichzeitig nutzen können bzw. zwei alternativ Waffen für den Nahkampf, wie Wurfmesser oder einen Schild. Grundsätzlich ist das alles schön und gut, nur irgendwann hat man seine persönlichen Favoriten an Fähigkeiten gefunden und bleibt dabei. Außerdem haben die meisten Fähigkeiten keine mehrstufigen Upgrades, ab einem gewissen Punkt werden wir also nicht mehr stärker. Die Münzen können dann nur noch für die teuren Munitionsarten ausgegeben werden, was zwar auch empfehlenswert ist, nur entsteht dadurch keine interessante Spirale aus Ballern, Combos und Upgrades. Lediglich für die Bosse, zu denen wir jetzt kommen, müssen manchmal Fähigkeiten getauscht werden.

Viele Tode führen zur Erkenntnis

Wenn man Let Them Come so vor sich hin spielt, gibt es trotz Aufwertungen eigentlich keine sonderlichen Unterschiede zu ähnlichen Titeln, Ballern bis der Artzt kommt ist angesagt. Das geht allerdings nur solange, bis wir auf den ersten Boss treffen. Die Endbosse der jeweiligen Level haben es wahrlich drauf. Schon der erste Boss kann nicht durch stumpfes Geschieße besiegt werden. Hier wird tatsächlich ein Hauch Taktik gefordert. Nahezu jeder Boss greift auf ein bestimmtes Angriffsschema zurück, welches an uns liegt das herauszufinden. Manchmal muss eine bestimmte Stelle getroffen werden, beim nächsten Gegner muss ein gewisser Rhythmus herrschen und wiederum andere Gegner verlangen spezielle Munition. Die Bosse sind zwar alle machbar, wirken aber zu Beginn etwas unfair, da man erstmal gar nicht versteht was falsch läuft. Somit sind 15 bis 20 Versuche (eventuell auch noch mehr) demnach keine Seltenheit bis einem die Erleuchtung kommt.



Ein Manko ist allerdings die Lesbarkeit bestimmter Bosse. Es dauert manchmal schon seine Zeit, um überhaupt draufzukommen, dass dieser eine kleine Bereich am Vieh getroffen werden soll. Außerdem zeigen die Schwierigkeitsgrade ein schwankendes Balancing. Auf Normal oder Leicht gibt es nahezu kaum Unterschiede, wobei es auf Leicht ohnehin zu schwer ist, somit ist Normal schon fast gleichwertig und macht Leicht eigentlich nutzlos. Hier sollte Entwickler Tuatara Games echt nochmals an den Schrauben drehen.


Fazit:
Ich hatte tatsächlich Spaß mit Let Them Come, jedoch war es ein kurzer Spaß für zwischendurch. Der Arcade-Titel bemüht sich ersichtlich etwas mehr Tiefe in das einfache Spielprinzip zu bringen. Die Bosse sind angenehm fordernd und setzten sogar Taktik voraus. Auch das Upgrade-System kann eine Weile richtig motivieren. Doch letztenendes geht der Ballerei doch mächtig die Luft aus. Abgesehen von der Highscore-Jagd bietet das Spiel einfach zu wenig um wirklich lange dabei bleiben zu können. Für eine kurze Runde Alien-Gemetzel ist Let Them Come aber allemal das richtige.



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